Morbus Parkinson

Bewegungsstörungen führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der individuellen Autonomie und Lebensqualität. Mit zunehmendem Alter und bei Bewegungsstörungen wie dem Parkinson-Syndrom erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Gangstörungen. Die häufigste Bewegungsstörung im Alter ist das Parkinson-Syndrom. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit zu und beträgt bei den über 65-Jährigen ca. 1% und über 80 bis zu 2% der Gesamtbevölkerung in industrialisierten Regionen. Pro Jahr fallen bei den ca. 160.000 Patienten alleine in Bayern in der Gruppe der über 65-Jährigen mehrere Hundert Millionen Euro an direkten Kosten im Rahmen der Gesundheitsversorgung an.

1. Bradykinese - Bewegungsverlangsamung
2. Rigor - Muskelsteifigkeit
3. Tremor - Zittern der Extremitäten und/oder des Kopfes
4. Posturale Instabilität - aufgehobene Stellreflexe.

Diese motorischen Symptome werden bisher subjektiv durch den Untersucher anhand von spezifischen Skalen, wie dem UPDRS (Unified Parkinson Disease Rating Scale) erfasst. Weltweit werden diese Skalen zusätzlich zur Beurteilung eines Therapieerfolges genutzt. In späteren Krankheitsstadien kommt es zu erheblichen Tagesschwankungen dieser motorischen Symptome (motorische Fluktuationen). Insbesondere entwickeln sich weitere Gangstörungen wie Haften-bleiben, gestörte Ganginitiierung, kleinschrittiges Gangbild und gestörte Stellreflexe, die nur bedingt auf die medikamentöse Therapie ansprechen. Diese Störungen des Bewegungsablaufes sind Ursache für vermehrte Stürze, die wiederum häufig zu schweren Verletzungen führen. Diese Verletzungen und die daraus resultierende Immobilität mit entsprechenden Folgeerkrankungen sind die häufigste Todesursache beim Parkinson-Syndrom.

Mobilität bedeutet Lebensqualität in allen Bereichen des Lebens. Neue Errungenschaften der Medizintechnik können entscheidend dazu beitragen, die Mobilität zu fördern, zu erhalten oder nach Erkrankungen wieder herzustellen. Die gemeinsam mit den Patienten der Spezialambulanz für Bewegungsstörung der Universitätsklinik Erlangen entwickelten Konzepte zur sensor-basierten und automatisierten Bewegungserfassung zielen daher darauf ab, eine objektiv messbare Größe für die Bewegungs- und Gangstörung zu entwickeln, die auch im Alltag die Einschränkungen der Patienten erkennt und somit der Behandlung zuführen kann.